• Christian Eckardt

Meyer-Werft in Papenburg geht ab 1. Mai in Kurzarbeit

Meyer Turku muss in Zeiten von Corona 450 Mitarbeiter entlassen


Ausdocken der Quantum of the Seas bei der Meyer Werft in Papenburg, Foto Meyer Werft

Die Papenburger Meyer Werft schickt ihre Mitarbeiter für zwei Monate ab dem 1. Mai in Kurzarbeit. Derzeit würden letzte betriebliche Fragen geklärt, erklärte hierzu ein Sprecher der Werft

Die Kurzarbeit soll die auf den Kreuzfahrtschiffbau spezialisierte Werft vor allem finanziell entlasten. An den Arbeitsabläufen ändert sich wenig, da das Großunternehmen zum Infektionsschutz die Schichten schon im März verkürzt hat. Die Wochenarbeitszeit beträgt 30 Stunden. Das Kurzarbeitergeld soll aber nicht wie in anderen Betrieben aufgestockt werden, um zusätzliche finanzielle Belastungen zu vermeiden.


Die Meyer-Werft leidet massiv unter dem aktuellen Stillstand des Kreuzfahrtindustrie durch die Corona-Pandemie. Nach Einschätzung der Geschäftsführung wird die Branche auf Jahre hinaus kaum noch Aufträge für neue Schiffe abnehmen. Erst kürzlich hatte sich der Seniorchef der Papenburger Meyer Werft, Bernard Meyer, im Rahmen einer Videobotschaft an die Mitarbeiter und die Öffentlichkeit gewandt. Dabei stellte Meyer die aktuelle Situation da und stellte auch mögliche harte Einschnitte für die Werft und deren Beschäftigte in Aussicht. Die Neubauaufträge bis 2023 sollen daher so lange wie möglich gestreckt werden.





Die zur Meyer Gruppe gehörende aber wirtschaftlich eigenständige finnische Großwerft Meyer Turku kommt aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie nicht um Entlassungen um Mitarbeiter herum, wie das Unternehmen jetzt mitteilte. Mitte März hatte die Geschäftsführung hierzu Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern begonnen. Seitdem ist die von der Coronavirus-Pandemie beeinflusste Marktsituation der Kunden der Werft mit ihren rund 2.400 Mitarbeitern weiter sichtbar geworden und zwingt die Werft dazu, den Umfang der Verhandlungen zu erweitern. Diese Verhandlungen werden jetzt auch die Entlassung von 450 Mitarbeitern beinhalten, zusätzlich sind 900 Mitarbeiter von weiteren Maßnahmen betroffen. Dazu gehört Kurzarbeit unterschiedlicher Länge, Arbeitszeitanpassungen und andere Maßnahmen. Dabei sind alle Personalgruppen und Hierarchieebenen Teil dieser Verhandlungen, wie das Unternehmen erklärte.

"Die Corona-Pandemie hat die Situation unerwartet und völlig verändert. Wir sind mit der Tatsache konfrontiert, dass die durch die Corona verursachte Pause in der Kreuzfahrt eine Streckung der Aufträge notwendig macht. Wir diskutieren derzeit die Einzelheiten mit unseren Kunden. Diese neue Situation wird uns zu schmerzhaften Anpassungsmaßnahmen zwingen, um eine nachhaltige Zukunft für den finnischen Kreuzfahrtschiffbau und das Lieferantennetzwerk zu sichern", erklärt Jan Meyer, CEO von Meyer Turku.

"Wir haben uns auf die Zukunft vorbereitet. Nun hat sich diese Zukunft unerwartet verändert, und wir müssen uns auf diese neue Zukunft einstellen. Statt einer weiteren Erhöhung der Kapazität von ein auf zwei große Schiffe, bis 2023, gehen wir jetzt davon aus, dass die Werft in Turku in Zukunft ein großes Kreuzfahrtschiff pro Jahr bauen wird und nicht weiter hochfahren wird", ergänzt Jan Meyer.


Über die genauen Änderungen der Bau- und Lieferzeiten der sieben Schiffe im Auftragsbuch von Meyer Turku, die bislang bis 2025 reichte, wird noch mit den Kunden der Werft verhandelt.


Letzter Neubau beschert Meyer Turku Verlust


Darüber hinaus veröffentlicht die finnische Werft auch die Finanzergebnisse für das Geschäftsjahr 2019. Aufgrund von Schwierigkeiten mit dem Ausbau der Werft und der Größe und Komplexität des Schiffes „Costa Smeralda“ verzögerte sich deren Ablieferung, so dass eine Vertragsstrafe zu zahlen war.

Die verspätete Ablieferung der COSTA SMERALDA führte zu Verlusten bei Meyer Turku, Foto C. Eckardt

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