• Christian Eckardt

Neptun Werft produziert Rumpf für 120-Meteryacht für A&R



Bislang größtes Yachtprojekt der Unterweserwerft soll 2025 abgeliefert werden


Die zur Meyer Gruppe gehörende Neptun-Werft in Rostock-Warnemünde konnte zum Jahresende einen dringend benötigen Auftrag abschließen. Damit schließt die Werft nach der Ablieferung von zwei Flusskreuzfahrtschiffen im Frühjahr eine weitere kurzfristige Beschäftigungslücke. Bis zum Jahr 2023 entsteht nun ein 120 Meter langer Rumpf für eine Megayacht für die Yachtwerft Abeking & Rasmussen aus Lemwerder bei Bremen wo das Schiff bis zum Jahr 2025 fertiggestellt wird.


Wie die Werft mitteilte, ist die Fertigung dieses Rumpfes unabhängig vom Engagement der Meyer Gruppen beim Bau von Megayachten unter der neuen Marke Meyer Yachts. Weitere Informationen wie Baustart, Auftraggeber, Design, Flagge und technische Details werden aufgrund der vereinbarten Vertraulichkeit im Yacht-Geschäft nicht genannt, teilte die Neptun Werft mit.


Für die Neptun Werft ist dieser Auftrag ein wichtiger Schritt, um die letzte kurzfristige Auslastungslücke in 2022 zu füllen, Unterlasten zu vermeiden und damit Beschäftigung zu sichern. „Wir gehen dabei einen weiteren Schritt bei der Diversifizierung unserer Produktpalette.“, sagt Bernard Meyer, Geschäftsführer der Neptun Werft.

„Somit verfügt die Neptun Werft nun mit dem Megayacht-Rumpf, den zwei Marine-Betriebsstoffversorgern und sieben Maschinenraum-Modulen für die beiden übrigen Werften der Meyer Gruppe über ein Auftragsbuch, das das Unternehmen mit seiner angepassten Mannschaftsstärke für die kommenden Jahre auslastet und somit den Standort sichert.“, sagt Lars-Gunar Klasen, Betriebsleiter der Neptun Werft. Bereits im Juli hatte die Werft einen großen Schritt bei der Beschäftigungssicherung gemacht. Als Partner der Lürssen Werft wird die Meyer Gruppe wichtige Aufgaben bei der Konstruktion und beim Bau von zwei Marinebetriebsstoffversorgern übernehmen und dabei den Großteil der Fertigung übernehmen. Aktuell beschäftigt die Werft rund 600 Mitarbeiter.


Foto Neptun Werft


2021 hatte die Neptun Werft mit der Ablieferung der beiden Flusskreuzfahrtschiffe „Viking Gymir“ und „Viking Egdir“ die letzten Neubauten einer Serie von insgesamt 65 Schiffen an Viking River Cruises abgeliefert. Zudem stellte das Unternehmen zwei Maschinenraum-Module für die Kreuzfahrtschiffe „Arvia“ (P&O Cruises) und die „Carnival Celebration“ (Carnival Cruise Line) fertig.



Rendering A&R



ABB Power & Propulsion liefert Antriebssystem für 120 Meter Yacht von A&R

Erst kürzlich teilte das schweizerische Technologieunternehmens ABB mit, dass der geplante Superyacht-Neubau von A&R mit technischen Systemen ausgestattet wird, um Kraftstoff, Emissionen sowie Energie zu sparen. ABB wird hierfür die Energie- und Antriebssysteme für die über 120 Meter lange Superyacht liefern. Dabei wird es sich um den bislang größten Yachtneubau handeln, den die Werft je gebaut hat.

Zu den ABB-Systemen an Bord werden der Azipod-Antrieb, das Onboard DC Grid, ein 500-kWh-Energiespeichersystem (ESS) und ein Energie- und Energiemanagementsystem (PEMS), deren kombinierte und vollständig integrierte Funktionen Emissionen, Lärm und Vibrationen reduzieren werden, gehören. Das gesamte System kann mit Ferndiagnosediensten und 24/7-Support integriert werden.

Die durch das Onboard DC Grid™ und die Azipod®-Antriebe erzielte höhere Effizienz soll die Reichweite der Yacht erhöhen und dazu beitragen, den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen zu reduzieren. Gleichzeitig wird das Energiespeicher- und -managementsystem den Stromverbrauch optimieren und die betriebliche Flexibilität durch Peak Shaving erhöhen, erklärte ABB.


„Als eine der größten und technisch fortschrittlichsten Yachten, an denen wir bisher gearbeitet haben, ist dies ein Meilensteinprojekt für uns, das von der kompetenten Unterstützung und Erfahrung von ABB profitiert hat“, erklärte Dr. Christian Peters , General Counsel, Abeking & Rasmussen. „Das integrierte Antriebs- und Antriebssystem, basierend auf branchenführenden Lösungen wie Azipod®, wird es uns ermöglichen, die Ambitionen des Eigners für eine luxuriöse und zukunftssichere Superyacht zu verwirklichen.“


Aktuell wird an der bislang größten Yacht bei A&R gearbeitet, ein 118 Meter langes Projekt mit der Baunummer 6507, dass sich jetzt in der finalen Fertigstellung befindet und im nächsten Jahr an den Auftraggeber abgeliefert werden soll. Diese Superyacht wurde von Joseph Dirand Architecture entworfen, während der Bauprozess von Cornelsen & Partner überwacht wird. Obwohl das Design des Projekts streng geheim bleibt, wird die Superyacht eine Reihe von Tendern und weiteren Wasserspielzeugen beherbergen, darunter ein U-Boot. An Bord befindet sich neben einem großen Pool auch eine Neptune Lounge mit großen Unterwasserfenstern, die bei geeigneten Sichtverhältnissen Einblicke in Nemos Reich ermöglichen. Teile des Stahlrumpfes dieser 118 Meter-Yacht wurden im Jahr 2019 bei der inzwischen insolventen Hamburger Werft Pella Sietas produziert und anschließend nach Lemwerder zur Komplettierung überführt.


Yacht und Spezialaufträge sind nichts Ungewöhnliches für die 1907 gegründete Werft, die momentan an drei über 90 Meter langen Mehrzweckschiffen für den Bund arbeitet. Sie alle erhalten ein Helideck auf dem Vorschiff, LNG-Antrieb mit Methan als Kraftstoff – und sollen auch zum Löschen von Bränden eingesetzt werden. Damit an Bord unter keinen Umständen Gas austritt, werden komplexe Sicherheitslösungen implementiert. Weiterhin werden neben dem Neubau auch Yachtumbauten durchgeführt. So berichtet Abeking & Rasmussen, dass die Tochterfirma A&R Services allein in diesem Jahr neun Refits bearbeitet hat und dass schon bald weitere folgen werden.

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