• Christian Eckardt

Probleme bei der ersten Ausfahrt mit der "Gorch Fock"


Bei der ersten Ausfahrt nach einer rund sechsjährigen Sanierung musste das Segelschulschiff "Gorch Fock", anders als ursprünglich geplant, aufgrund einer technischen Panne Schlepperhilfe in Anspruch nehmen.

Ein defektes Frischwasserventil hat die eigentlich für zwei Tage angelegte Probefahrt der "Gorch Fock" von der Lürssen-Werft in die Nordsee bis nach Wilhelmshaven dann kurzfristig beendet.

Beim Verlassen der Werftpier bei Lürssen in Lemwerder stellte die Crew einen Defekt an einem Frischwasserventil des Motors fest. Somit sorgten der 64 Jahre alte Schlepper "Greif" der Logistik- und Schlepp GmbH (LSG) und "VB Blumenthal" der Reederei Bolouda" dass der Segler in Richtung Nordsee aufbrechen konnte. Auf Blexen-Reede übernahm dann ein Schlepper der Deutschen Marine den Schleppzug vom bisherigen Zugschlepper "Greif". Da sich der Schaden auf dem Weg in Richtung See nicht beheben ließ, steuerte der Schleppzug mit der "Gorch Fock" noch am Abend den Marine-Hafen von Wilhelmshaven an wie die Lürssen-Werft mitteilte.




Es stellte sich heraus, dass das defekte Ventil nicht während der Fahrt ersetzt werden konnte. Es soll nun im Rahmen der ohnehin geplanten Endausrüstung in Wilhelmshaven ausgetauscht werden, teilte ein Werftsprecher mit. Am 30. September soll die Bundeswehr den Dreimaster offiziell zurückerhalten.

Die Bremer Lürssen-Werft hatte die Instandsetzung des Schiffes im Oktober 2019 übernommen und die Bark nach einer kurzen Zeit bei der Fassmer-Werft zunächst zum Lürssen-Standort nach Berne (ehemalige Roland-Werft) verholt. Dort erhielt der Segler unter anderem einen neuen Innen- und Außenanstrich, ein komplett neues Rohrsystem, eine neue Isolierung und die zuvor schon in Bremerhaven eingelagerten neue Masten und Rahen. Denn diese Arbeiten sollten ursprünglich alle in Bremerhaven erfolgen, wo das Schiff von

2016 bis 2019 im Unterauftrag der mittlerweile insolventen Elsflether Werft im Tockendock bei Bredo Dry Docks lag.


Im Frühjahr dieses Jahres wurde das Schiff bei Lürssen in Berne dann dort zu Wasser gelassen und mithilfe zur weiteren Ausrüstung zum Lürssen-Standort nach Lemwerder geschleppt.


Die Generalüberholung des 1958 erbauten Dreimasters der Deutschen Marine kostet rund 135 Millionen Euro, geschätzt waren anfangs nur 10 Millionen Euro. Mangelnde Vorplanung durch die Marine, Unregelmäßigkeiten beim Werftmanagement, Insolvenz der Elsflether Werft, Bau- und Zahlungsstopps, Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, offene Rechnungen bei Bredo Dry Docks in Bremerhaven, Vermeintliche Verwendung illegaler Tropenhölzer bei der Sanierung und auch die Prüfung eines Neubaus als Ersatz sorgten in den vergangenen Jahren immer wieder für negative Meldungen zum Thema „Gorch Fock"

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