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  • AutorenbildChristian Eckardt

Reederei Cassen Eils startet mit viel Optimismus und neuen Ideen in die aktuelle Saison 2023



Tagesfahrten zur Elbinsel Krautsand geplant - Zweimal wöchtenlich mit "Nordlicht I" von Bremerhaven nach Helgoland


Optimistisch startet Peter Eesmann, Geschäftsführer der Cuxhavener Reederei Cassen Eils in die nun bald startende Saison des touristisch maritimen Unternehmens. Sorgen bereiten der Reederei jedoch die hohen Energiepreise und natürlich wie in den meisten Branchen auch, der Fachkräftemangel.


Ein Großteil der aktuell aus 9 Einheiten bestehenden Flotte von Fahrgast- und Seebäderschiffen der bereits 1952 von Cassen Eils gegründeten Reederei, darunter mit der 2015 erbauten „Helgoland“ auch Deutschlands erstem LNG-Schiff, liegen derzeit für routinemäßige Wartungsarbeiten in der Werft. So geht die „Helgoland“ ab dem 27. Februar für rund zwei Wochen in das Dock bei der Mützelfeldwerft in Cuxhaven, um für die neue anstehende Saison vorbereitet zu werden. Auch wenn die Buchungslage beispielsweise aus der Bus-Touristik für dieses Jahr noch sehr verhalten ist, sieht Eesmann viel Potential beispielsweise für die Helgoland-Saison. In diesem Jahr steuert die Reederei den Roten Felsen von fünf Häfen aus an. Neben den beiden Hauptfahrstrecken von Cuxhaven bzw. Büsum mit dem Einsatz der beiden traditionellen Seebäderschiffe „Helgoland“ und „Funny Girl“ werden in diesem Jahr nun auch wieder Fahrten von Bremerhaven, Wilhelmshaven und Hooksiel angeboten. Hierbei jedoch nicht mit einem Seebäderschiff, sondern mit zwei modernen Katamaranen. So startet in der Hauptsaison zwei Mal die Woche der Katamaran „Nordlicht I“ von der Seebäderkaje in Bremerhaven in Richtung Helgoland, dass dann nach zwei Stunden erreicht wird. Bei der Montagsabfahrt führt der Katamaran dann noch eine Mittagsabfahrt nach Cuxhaven durch und nach der Rückkehr nach Helgoland startet die Fahrt von dort am Nachmittag wieder zurück nach Bremerhaven.



Die 38,4 Meter lange und 9,4 Meter breite „Nordlicht I“ ist Deutschlands erster High-Tech-Katamaran und verkehrt zwischenzeitlich auch zwischen Cuxhaven und Helgoland. Der in Norwegen erbaute Katamaran erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 38 Knoten, das rund 70 km/h entspricht. Dr. Ralph Meyer von der Erlebnis Bremerhaven begrüßt das Engagement der Reederei Eils und er ist froh, dass der Katamaran an die Unterweser kommt. Meyer betonte, dass man in den vergangenen Jahren immer im Gespräch mit der Reederei Eils gewesen sei. „Natürlich wäre es schöner gewesen, wenn wir jetzt eine tägliche Verbindung gehabt hätten“. Doch die Reederei Eils macht zunächst einen ersten Schritt und testet mit der „Nordlicht“ die Akzeptanz von Bremerhaven. Eesmann „Wir schauen uns erst einmal an, wie es von Bremerhaven läuft. Vor Corona gab es 65.000 Passagiere, die von Bremerhaven aus gefahren sind, doch dabei waren auch viele Bustouristen“. Doch gerade diese touristische Branche läuft noch nicht rund. „Wir tasten uns in dieser Saison mit der „Nordlicht“ heran“ so Eesmann. Im Bedarfsfall, bei hoher Nachfrage, so wie bei den Maritimen Tagen, könnte dann das Seebäderschiff „Fair Lady“ Sonderfahrten durchführen.

Erst im letzten Jahr erhielt der 1989 für die AG „EMS“, erbaute Katamaran eine komplette Salonerneuerung. Auf zwei Decks werden nun bis zu 272 Plätze in der Comfort-Class und in der Captains-Class angeboten. Viele Plätze finden sich vis á vis an Tischen und für alle anderen wurde die Beinfreiheit großzügig bemessen. Weiterhin wurde die „Nordlicht“ mit einem aktiven Motion-Damp-System ausgerüstet.

"Fair Lady" am Winterliegeplatz im Neuen Fischereihafen in Cuxhaven


Auch das Wangerland erscheint wieder im Helgoland-Fahrplan, denn mit dem Katamaran "Adler Jet" des Gemeinschaftsunternehmens Adler & Eils geht es in der Zeit von April bis Oktober, an zwei bis drei Tagen die Woche von Wilhelmshaven und Hooksiel in etwa zwei Stunden auf die einzige Hochseeinsel Deutschlands.


Neben den regelmäßigen Ausflugsfahrten von Fedderwardersiel mit der „Wega II“ in das Wattenmeer mit Kapitänin Reinhild Nießen starten vor allem vom Anleger an der Alten Liebe in Cuxhaven regelmäßige Tages- und Ausflugsfahrten mit der jüngst neu motorisierten „Flipper“ nach Neuwerk, zum Nord-Ostsee-Kanal, zu den Seehundsbänken oder aber mit den Fahrgastschiffen „Otter“ und „Störtebeker“ werden Hafenfahrten auf der Elbe, vorbei am Tiefwasserterminal Cuxport, durchgeführt. In der Planung steckt für dieses Jahr noch eine ganz neue Route, dabei soll es von Cuxhaven aus zur Elbinsel Krautsand gehen. Ein Kapitän eines der Eils-Schiffe hatte diese Idee ins Spiel gebracht, die man in diesem Jahr nun erstmalig ausprobieren möchte. „Details zu dieser neuen Route werden noch erarbeitet und in Kürze veröffentlicht“ erklärte Eesmann.

Peter Eesmann, GF der Reederei Cassen Eils


Sorgen bereitet der Reederei mit seinen rund 90 Mitarbeitern die hohen Energiepreise. Vor allem der Preis für Flüssigerdgas (LNG) für das Seebäderschiff „Helgoland“ ging im letzten Jahr durch die Decke, zeitweise lag der Preis um das 11-fache höher als noch vor dem Zeitraum des Ukraine-Kriegs. „Aktuell liegt der Preis noch um das 5-fache höher, doch durch den damaligen Einbau von Wärtsilä-Dual-Fuel-Motoren, kann die „Helgoland“ auch mit hochwertigem Dieselkraftstoff betrieben werden. Somit verkehrt die „Helgoland“ schon seit Dezember mit dem schadstoffärmeren Marine-Gas-Oil (MGO). Gänzlich auf den Einsatz von LNG kann man auf der „Helgoland“ nicht verzichten, da die Hilfsmotoren für den Betrieb der Generatoren nur mit Gas betrieben werden können, so dass nun doch noch zeitweise LNG aus Antwerpen oder Rotterdam per LKW nach Cuxhaven angeliefert werden muss. Durch die erhöhten Energiekosten musste die Reederei in diesem Jahr auch die Fahrpreise im Schnitt um 10 % anheben, dies aber nur zur Deckung der Energiepreise“ so Eesmann.

Ein weiterer Knackpunkt für das Unternehmen, das seit 2010 ein selbstständiger Teil der Firmengruppe AG „EMS“ ist, ist der wie in jeder Branche auch überall spürbare Personalmangel. Das Unternehmen, das auch im nautischen Bereich ausbildet und derzeit rund 20 Azubis unter Vertrag hat, versucht diesen Mangel durch verschiedene Maßnahmen zu kompensieren. Zu einem verweist Eesmann drauf, dass man durch den rein touristischen Tageseinsatz jeden Abend wieder im Heimathafen liegt, somit die Mitarbeiter den Feierabend bei der Familie verbringen und nicht auf See. Weiterhin gibt es im Hause des Unternehmens eine Art Familientarif, um die Ansiedlung von nautischen Offizieren im Kreis Cuxhaven zu ermöglichen. „Dies war eine schlaue Lösung“ so Eesmann, denn es konnten damit schon zwei Offiziere dauerhaft angeworben werden. Auch wenn während der Wintermonate ein Großteil der Flotte nicht unterwegs ist, werden die Mitarbeiter voll beschäftigt. So werden gerade in dieser Zeit von den eigenen Mitarbeitern, so weit wie möglich, Wartungs- und Unterhaltungsarbeiten an den Schiffen durchgeführt. Aktuell erhält zum Beispiel das von Büsum aus eingesetzte Seebäderschiff „Funny Girl“ 16 neue Crewkabinen. Dies sind zwar Doppelkabinen werden in der Regel aber als Einzelkabinen genutzt.


Aufgrund des regen Zuspruchs auf einigen großen deutschen touristischen Messen in diesem Winter sieht Eesmann den Verlauf der diesjährigen Saison sehr positiv. Zudem sieht er die aktuelle Situation auch als Chance für das Unternehmen. In vielen Haushalten muss gespart werden, so dass große Urlaubsreisen nicht immer möglich sind. Hier bietet die Reederei aber den Gästen ein vielfältiges Angebot an Tagesreisen entlang der deutschen Nordseeküste in der Saison an, so dass Eesmann nur einen leichten Rückgang erwartet, den er bei rund 5 % prognostiziert.


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