• Christian Eckardt

Schwimmende Ausstellung zu Waffenexporten auf Greenpeace-Schiff „Beluga II“



Erster Neubau der Umweltorganisation legte kurzenr Zwischenstopp in Bremerhaven ein


Auf dem Weg von Kiel nach Bremen legte das Greenpeace-Schiff „Beluga II“ im Geestevorhafen in Bremerhaven einen kurzen Stopp ein. Das Schiff befindet sich derzeit auf einer schwimmenden Ausstellung der Umweltorganisation zum Thema Waffenexporte, zu der an Bord auch eine Fotoausstellung des prämierten Fotografen Nikita Teryoshin zu sehen ist.


Mit dieser Ausstellung tourt die „Beluga II“ derzeit über die Flüsse durch Deutschland durch insgesamt 13 Städte. Los ging es Ende Mai in Hamburg. An diesem Wochenende liegt das Segelschiff nun in der Überseestadt in Bremen, anschließend geht es weiter über Münster, Köln, Würzburg, Frankfurt, Düsseldorf bis nach Berlin. In der Bundeshauptstadt wird die „Beluga II“ vom 27. Bis 29. August erwartet. Wenn es die Infektionslage vor Ort zulässt, führen Greenpeace-Ehrenamtliche Interessierte über das Schiff. Alternativ können Besucher:innen das Schiff via Virtual-Reality-Brille erleben. Der Besuch ist kostenfrei.






Auf den ersten Blick erscheint die „Beluga II“ nostalgischer Traditionssegler. Tatsächlich aber ist es ein hochmodernes Schiff und auch der erste Schiffsneubau von Greenpeace. Alle vorherigen Greenpeace-Schiffe wurden auf dem Gebrauchtmarkt erworben. Mittlerweile fährt ja auch der Fassmer-Neubau „Rainbow Warrior III“. Zu dem Neubau der „Beluga II“ kam es durch das Erbe der Düsseldorferin Ilse Vormann, die der Umweltorganisation einen Großteil ihres Vermögens vererbte. Der Löwenanteil von Vormanns Spende ging in die technische Ausrüstung des Schiffes. Allein die Hauptmaschine kostete 125 000 Euro, Segel und Takelage rund 150 000 Euro. Eine Gedenktafel, die an die Spenderin erinnert, ziert heute das Schiffsbüro.


So ging Anfang 2003 der Auftrag an die Fridtjof Nansen Werft im mecklenburgischen Wolgast. Im Spätsommer 2004 wurde der 33 Meter lange Motorsegler „Beluga II“ dann in Dienst gestellt. Greenpeace entschied sich für einen zweimastigen Motorsegler, allein der Besanmast ist 20,4 Meter lang, in Form einer niederländischen Klipperaak. Dadurch besitzt die „Beluga II“ einen Plattboden und nur geringen Tiefgang von maximal 1,8 Meter. Damit ist das Schiff flexibel einsetzbar: auf Flüssen und Seen, in Küstengewässern und im Wattenmeer. Und bei Ebbe kann sich die „Beluga II“, die mit einer fünfköpfigen Crew gefahren wird, sogar auf dem Meeresboden trockenfallen lassen. Die beiden Masten können zudem mit Bordmitteln umgeklappt werden, so dass man auf Flüssen unter Brücken hindurchfahren kann. Weiterhin kann unter Deck ein 20 Fuß-Normcontainer verstaut werden, den man je nach Bedarf mit einer Werkstatt oder einem Labor ausrüsten kann.


76 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen