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  • AutorenbildChristian Eckardt

Umweltverband BUND lehnt Ersatz-OTB ab



Den aus dem SPD-geführten Häfenressort kommenden Plan für einen "Energy Port" in Bremerhaven lehnt der Umweltverband Bund ab - aus den gleichen Gründen wie schon beim gescheiterten Offshore Terminal.


Martin Rode, Geschäftsführer des BUND Landesverbandes Bremen kommentiert die jüngst von Häfensenatorin Schilling vorgestellte Studie zu Bremerhaven als Energy Port: „Kurz vor der Wahl springt der OTB wieder aus der Kiste. Die Natur an der Wesermündung wird weiter von Hafenplanungen bedroht. Statt den Konflikt um die Maximalwunschliste der Hafenbauer zu forcieren, wäre der Senat gut beraten, sich auf das Unstreitige und Machbare zu konzentrieren.“ Die Energy-Port-Studie enthält auch Planungsvorschläge, mit denen Bremerhaven am Boom der Erneuerbaren Energien teilhaben kann und das wertvollste Naturschutzgebiet an der Unterweser unberührt bleibt, so der BUND. Das alleine erfordert Investitionsbedarfe, die Bremen kaum stemmen kann. Zudem muss es vorneweg darum gehen, vorhandene Infrastruktur optimal zu nutzen. Davon sind viele Hafenbereiche Bremerhavens weit entfernt, zumal überall Sanierungsstau besteht.


Natürlich will Bremerhaven am Boom der Erneuerbaren Energien teilhaben. Dazu hat das SPD-geführte Hafenressort eine Studie in Auftrag gegeben, die die Potenziale untersuchen soll. Kurz vor der Bürgerschaftswahl wird diese nun vorgestellt, verbunden mit der Ankündigung, diese noch vor der Wahl quasi als neue Richtschnur vom Senat beschließen zu lassen. Und welchen Baustein der Studie? Ganz sicher die Maximalvariante. Das hat nichts mit seriöser Planung zu tun, aber ganz viel mit Wahlkampf und unsachgemäßem Druck auf Koalitionspartner.


Der eigentliche Zweck der Studie war immer, den Bau des vor Gericht in allen Instanzen gescheiterten Offshore-Terminal Bremerhaven (OTB) wieder zurück auf die politische Agenda zu hieven. Wen wundert es, dass exakt die OTB-Planung erneut als Lösung aller Probleme aufgemalt wird. Und sogar noch mehr, nämlich zusätzlich gleich südlich anschließend ein tideoffenes Dockbecken, also noch mehr Naturverlust. Wundern darf auch nicht, dass eine Wasserstoffanlandungsbrücke direkt entlang der alten OTB-Grenze in die Weser geplant ist – alternativlos offenbar. Und natürlich verwirft die Studie auch gleich naheliegende Alternativen unter Berücksichtigung des gesamten Bremerhavener Hafenareals.


Nach wie vor handelt es sich beim OTB als Energy Port um Planungen in einem Naturschutzgebiet von europäischem Rang, das wertvollste Schutzgebiet an der Unterweser. Mittlerweile ist allerdings noch viel klarer als zu Beginn der OTB Planungen vor eineinhalb Jahrzehnten, dass neben der Klimakrise die Biodiversitätskrise eine ebenso große globale Herausforderung ist. Schutzgebiete sind die Hotspots der Biodiversität und dürfen nicht weiter Spielball von Bauplanungen sein. Dafür tritt der BUND ein.


Pressemitteilung des BUND vom 21.03.2023

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