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  • AutorenbildChristian Eckardt

Yachtprojekt „Octopus“ verschwindet für Monate im Dock bei der Lloyd Werft



Volle Docks mit unterschiedlichen Aufträgen sorgen für aktuell gute Auslastung der Werft


Zufriedene Gesichter derzeit bei der den über 300 Beschäftigten der traditionsreichen Lloyd Werft Bremerhaven, denn alle Docks sind derzeit mit Aufträgen gut belegt und für diesen Herbst haben sich noch zwei Kreuzfahrtschiffe für reguläre Wartungs- und Klassearbeiten angekündigt.


So wurde am Mittwoch das aktuelle 121 Meter lange Yachtumbauprojekt „Octopus“ in das Schwimmdock III überführt. Hier wird die Yacht, die nach unbestätigten Meldungen mehrere Monate bei der Lloyd Werft bleiben soll, demnächst mit einem Gerüst und Folien eingehaust und somit zunächst nicht mehr zu sehen sein. Der Gerüstaufbau wird rund 2 Wochen andauern, wie Friedrich Norden, Geschäftsführer der Lloyd Werft auf Anfrage mitteilte. Weitere Angaben zu den Umbauarbeiten an der „Octopus“ darf Norden, wie üblich im Yachtgeschäft, aufgrund einer unterzeichneten Verschwiegenheitserklärung mit dem Auftraggeber nicht machen.



Im Kaiserdock II liegt aktuell mit der 199 Meter langen „Golden Karoo“ nunmehr das letzte von vier Frachtschiffen der Reederei MACS Maritime Carrier Shipping (Vineta GmbH zur planmäßigen Überholung im Dock. Schon in den vergangen Wochen wurden die drei Schwesterschiffe, die 2013 in Dienst gestellten 37.000 Tonner mit drei Doppelkranen „Blue Master II““, „Bright Sky“ und „Green Mountain“ von der Lloyd Werft überholt.

Hoch und trocken liegt derzeit im Kaiserdock I noch das Polarforschungsschiff „Polarstern“ vom AWI, die aber bis zum Wochenende das Dock verlassen wird um Platz zu machen für das Kreuzfahrtschiff „Hanseatic Nature“, das dort am Montag für Wartungs- und Klassearbeiten erwartet wird.


Die aktuelle Kreuzfahrt des 140 Meter langen Expeditionskreuzfahrtschiffes ende am Montag (16.10.) zunächst beim Columbus Cruise Center, anschließend verholt das für Hapag Lloyd Kreuzfahrten fahrende Schiff ins Kaiserdock der Lloyd Werft. Hier bleibt das 2019 in Dienst gestellte und bis zu 230 Meter lange Kreuzfahrtschiff dann bis zum 26. Oktober und verholt dann direkt wieder zur Columbuskaje, wo dann am Abend eine voll ausgebuchte Nordkappreise starten wird.


Vermutlich Ende Oktober wird dann auch das große LNG-Tankschiff „Transgas Force“ an der neuen Kaje im Kaiserhafen III die Lloyd Werft verlassen, so die Einschätzung von Norden. Die so genannte Floating Storage and Regasification Unit (FSRU) wurde seit Ende Juli bei der Lloyd Werft für den anstehenden Betrieb am neuen LNG-Importterminal in Stade vorbereitet, hier waren vor allem Arbeiten im Rohrleitungsbereich zuständig.

Weiterhin konnte die Lloyd Werft für diesen Herbst einen weiteren Auftrag für eine Kreuzfahrtreederei gewinnen, denn die „Ambience“ der britischen Reederei Ambassador Cruise Line hat sich ab dem 17. November für drei Wochen erneut angemeldet. Hierbei stehen dann allgemeine Dock- und Klassearbeiten an. Schon im letzten Winter, kurz vor Weihnachten, traf die 245 Meter lange „Ambience“ erstmals und außerplanmäßig bei der Lloyd Werft ein. Dank des Einsatzes der Beschäftigten der Lloyd Werft konnten seinerzeit über die Weihnachtsfeiertage notwendige Reparaturarbeiten an den Aufhängungen der Rettungsboote durchgeführt werden. Zuvor musst die Reederei eine lange geplante Weihnachtskreuzfahrt absagen.


Die erst im April 2022 neu gegründete Reederei Ambassador Cruise Line hatte seinerzeit die mittlerweile 32 Jahre alte „Ambience“ (70.285 BRZ) kurz vor der geplanten Verschrottung noch erwerben können. Bei der nach einem Umbau auf einer kroatischen Werft nun 1.400 Passagiere in 789 Kabinen fassenden „Ambience“ handelt es sich um die frühere „Pacific Dawn“, die 1991 als „Regal Princess“ bei Fincantieri in Italien gebaut wurde. Seit 2007 war das Schiff als „Pacific Dawn“ bei P&O Cruises Australia eingesetzt. 2020 war geplant, dass das Schiff als „Amy Johnson“ zu CMV wechseln würde, doch durch die Insolvenz der Muttergesellschaft South Quay Travel & Leisure kam der Einsatz dort nicht mehr zustande. Somit erfolgte ein Weiterverkauf des Schiffes unter dem Namen „Satoshi“, mit dem Ziel, es als schwimmenden Wohnkomplex vor der Küste Panamas zu verwenden. Doch in Zeiten von Corona konnte auch diese Idee nicht umgesetzt werden und so drohte schon die Verschrottung in der Türkei. Im letzten Moment konnte dann das britische Start-up Ambassador Cruise Line, das von einigen ehemaligen Managern von CMV aufgebaut wurde, das Schiff übernehmen und es so vor dem Schneidbrenner sichern.



Als Publikum spricht Ambassador Cruise Line eine ältere Genration von Kreuzfahrern über 50 an, die von britischen Basishäfen Kreuzfahrten ohne Fluganreise unternehmen wollen. Dabei sollen aber auch längere Kreuzfahrten von Großbritannien aus bis in die Karibik oder zu den Kanarischen Inseln angeboten werden.


Wenn die „Ambience“ nach dem Werftaufenthalt am 8. Dezember die Lloyd Werft die Unterweserstadt verlässt dauert es nur noch vier Tage, dann kehrt das Kreuzfahrtschiff erneut auf einer regulären Reise von Tibury nach Deutschland zurück. Am 12. Dezember macht das Schiff einen ganzen Tag Halt in Hamburg um den britischen Gästen den Besuch des Hamburger Weihnachtsmarkt zu ermöglichen.

Zwischenzeitlich hatte die Reederei von der zur Carnival Corporation gehörenden italienischen Costa-Gruppe auch die ehemalige „AIDAmira“ erworben. In diesem Frühjahr wurde das Schiff, nach einer zwischenzeitlichen Nutzung als Flüchtlingsunterkunft im schottischen Glasgow, auf der Lloyd Werft umgebaut. Nun fährt es für Ambassador unter dem Namen „Ambition“.





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