• Christian Eckardt

Yachtprojekt „Vega“ soll in Bremerhaven fertigstellt werden


56 Jahre alter Schiffsrumpf gehörte vormals einem schwedischen Eisbrecher


An der Heise-Pier im Bremerhavener Fischereihafen traf im Anhang des Schleppers „Felix“ aus dem britischen Falmouth kommend ein ungewöhnlicher unfertiger grauer Yacht-Neubau ein. Der Kasko trägt den Projektnamen „Vega“ und hat schon eine jahrzehntelange Geschichte in Großbritannien hinter sich, die nun offensichtlich in Bremerhaven abgeschlossen werden soll. Hinter dem Umbauprojekt steht offensichtlich die Fa. Dörries Yachts aus Bremen. Ein Unternehmenssprecher erklärte auf Anfrage, dass man weitere Details zu dem Projekt zu gegebener Zeit und nach Rücksprache mit dem Eigner preisgegeben würde.


Recherchen im Internet zu der Yacht ergeben nun, dass es sich bei dem doch recht klobig wirkenden Schiff um einen sich über mehrere Jahre hinziehenden Umbau eines über 55 Jahre alten schwedischen Eisbrechers in eine Expeditionsyacht handelt. Gebaut im Jahr 1964 in Schweden bei der Asi-Werft unter der Baunummer 68 (IMO: 6508107) ist die „Vega“ rund 46 Meter lang und 9.8 Meter breit und war unter anderem als Leuchtturm-Versorgungsschiff eingesetzt. Vor rund 20 Jahren wurde das Schiff von der schwedischen Gesellschaft Gute Bogser og Marin Service AB erworben, die es in die kleine Hafenstadt Penzance im Cornwall, an einer Meeresbucht des Atlantiks am Eingang des Ärmelkanals, überführen lies. Dort sollte die Yacht nach Entwürfen des niederländischen Designbüros Stolk Marimecs und dem Innenarchitekten Ken Freivokh Design zu einer Expeditionsyacht für maximal 12 Personen umfangreich umgebaut werden. Die Kosten für den Umbau wurden seinerzeit mit rund 10 Millionen britischen Pfund veranschlagt. So wurden neue Aluminium-Aufbauten auf den Stahlrumpf gesetzt, einige Kabinen hergerichtet und das Schiff neu motorisiert. Geplant war, dass die „Vega“ ab 2008 in See stechen sollte, doch die Arbeiten wurden schon zuvor nicht vollendet und das Schiff wegen nicht bezahlter Rechnungen später arretiert. In den letzten Jahren glaubte keiner mehr in dem idyllischen Ort Penzance, dass sich die „Vega“ jemals noch wieder in Bewegung setzten würde und es wurde schon ein Wahrzeichen des kleinen Hafens.


Im Frühjahr 2019 gab es dann die erste Veränderung, als die unfertige „Vega“ in die größere britische Hafenstadt Falmouth geschleppt wurde. Dort fand sich offensichtlich in den vergangenen Monaten ein Interessent für die unfertige Yacht der nun den Yachtspezialisten Dörries aus Bremen mit dem Endausbau beauftragte. Der Name der Dörries ist in Bremerhaven nicht unbekannt, wurden doch vor ein paar Jahren die beiden großen, über 100 Meter langen Expeditionsyachten „Ulysses“ für den neuseeländischen Millionär Graeme Hart durch die Bremer Yachtschmiede schon im Fischereihafen ausgebaut. Das Engagement an der Unterweser wurde nun offensichtlich durch die Anmietung der so genannten HAP-Halle auf dem Gelände der Fa. RS-Heise erweitert, in der sich auch ein Yachtneubau befinden soll.

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