• Christian Eckardt

Update: Zwei norddeutsche Werften bauen gemeinsam neues Forschungsschiff „Meteor IV“

Aktualisiert: 26. Jan.


Rendering Fassmer Werft


Im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung für den Forschungsschiffbau „Meteor IV“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, erhielt schon im Dezember 2021 die Bietergemeinschaft Meyer-Fassmer-Spezialschiffbau den Zuschlag für den geplanten Neubau.


Die Bietergemeinschaft, bestehend aus der Meyer-Werft in Papenburg und der Fassmer-Werft in Berne an der Unterweser baut damit das Nachfolgeschiff für das aktuelle Forschungsschiff „Meteor“, das 1986 von der Schlichting Werft in Lübeck-Travemünde erbaut wurde, und für das bereits außer Dienst gestellte Forschungsschiff „Poseidon“. Die 1976 von der Bremerhavener Schichau-Werft erbaute „Poseidon“ wurde nach der Außerdienststellung im Januar 2020 vom Verein Sea-Watch e.V. ersteigert. Als „Sea Watch 4“ ist es nun als Flüchtlingsrettungsschiff im Mittelmeer aktiv.


Update:

Damit wird in dieser Arbeitsgemeinschaft das Know-how von zwei renommierten deutschen Spezialwerften vereint. Mit den Erfahrungen der Firma Fassmer in der Konstruktion und Herstellung von Spezialschiffen für unterschiedliche Behörden und Ministerien und dem Wissen der Meyer Gruppe resultierend aus dem Bau des etwas kleineren Tiefseeforschungsschiffes „Sonne“ konnte der Auftraggeber überzeugt werden.


Das neue Schiff hat mit einer Länge von ca. 125 Metern eine Größe von ca. 10.000 BRZ. An Bord haben neben 35 Wissenschaftlern 36 nautische und technische Besatzungsmitglieder Platz. Die 2014 von der Meyer Werft abgelieferte „Sonne“ ist 118,42 Meter lang und verfügt über eine Vermessung von 8.554 BRZ und bietet 35 nautischen und technischen Crewmitgliedern bis 40 Wissenschaftlern Platz


„Wir sind sehr froh, dass wir gemeinsam mit der Meyer Gruppe dieses fortschrittliche Forschungsschiff bauen werden. Die intensiven Verhandlungen mit dem Kunden in einer effizienten Vergabephase waren eine starke Teamleistung und wir freuen uns nun auf die Zusammenarbeit mit der Meyer Gruppe“, sagt Harald Fassmer, geschäftsführender Gesellschafter von Fassmer.


Der Nachfolgebau „Meteor IV“ ist dabei für den weltweiten multifunktionalen und interdisziplinären Forschungseinsatz, schwerpunktmäßig im Atlantik, konzipiert. Dazu soll die „Meteor IV“ einen wichtigen Beitrag für die nationale und internationale Meeresforschung, insbesondere auf den Gebieten der Klima- und Umweltforschung leisten. Die maritime Forschung leistet einen hohen Beitrag für die Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft.


Der Rohbau für den Neubau wird dann vermutlich bei Meyer-Neptun in Rostock-Warnemünde erfolgen und bei der Fassmer-Werft in Berne dann der Ausbau des Schiffes, das im Jahr 2026 abgeliefert werden soll. Eine Auftragssumme für den Neubau nannte das Ministerium nicht. Vor zwei Jahren ging man von einem Preis von rund 200 Millionen Euro aus, doch durch die aktuelle Kostenentwicklung ist dieser Preis wohl nicht mehr aktuell.


Schon im letzten Jahr hat die Schifffahrtsgruppe Briese aus Leer den Bereederungsauftrag für das neue Forschungsschiff »Meteor IV« bekommen. Die Gruppe, bekannt vor allem für ihre große MPP-Flotte, hat eine eigene Abteilung Forschungsschifffahrt. So bereedert Briese bereits die deutschen Forschungsschiffe „Alkor“, „Heincke“, „Littorina“, „Maria S. Merian“, „Elisabeth Mann Borgese“, „Meteor“, „Senckenberg“ und „Sonne“.

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