Erstes Offshore-Patrouillenschiff OPV 90 für Singapur bei Fassmer ausgedockt

Am Stammsitz des deutschen Schiffbauers Fr. Fassmer GmbH & Co. KG in Berne an der Unterweser wurde jetzt das erste von vier neuen Offshore-Patrouillenschiffen (OVP) für die Küstenwache von Singapur aus der großen Schiffbauhalle ausgedockt. Dabei handelt es sich um ein Offshore-Patrouillenschiff mit der Bezeichnung OPV90 Mk II mit einer Gesamtlänge von mehr als 90 Metern. Bei diesem aktuellen Neubau handelt es sich um eine Weiterentwicklung der vier 86 Meter langen Offshore Patrouillenschiffe der so genannten „Potsdam-Klasse“, die Fassmer zwischen 2019 und 2023 für die deutsche Bundespolizei abgeliefert hat.
Das singapurische Verteidigungsministerium hatte im November 2023 verkündet, dass mit der deutschen Werft Fr. Fassmer ein Vertrag zur Lieferung von vier neuen Offshore Patrol Vessels (OPVs) geschlossen wurde. Die Schiffe sollen die sogenannten Maritime Security and Response Vessels (MSRVs) der Sentinel-Klasse in Singapur ersetzen. Diese neuen Schiffe sollten über eine hohe Manövrierfähigkeit verfügen, um in den stark befahrenen Gewässern Singapurs zu operieren.
Von Fassmer selbst gibt es keine Angaben zu dem Auftrag, doch wurden erste Details dieses Projektes im letzten Jahr auf der International Maritime Defence Exhibition (IMDEX) Asia vorgestellt. So soll das aktuelle Schiff über eine Länge von 94,9 Meter verfügen. Auf der Messe wurde ein Modell dieses Schiffstyps in generischer Lackierung für die Küstenwache ausgestellt, dass zudem eine für Patrouillenschiffe besonders schwere Bewaffnung und umfassende Sensorausstattung zeigt. So soll das Modell über eine Leonardo 76 mm-Kanone in Strales-Konfiguration am Bug und zwei ferngesteuerte 30 mm- Maschinenkanonen mittschiffs an Back- und Steuerbord verfügen. Diese Bewaffnung würde eine Reihe von Anwendungen von Anti-Terror-Szenarien bis zur Abwehr von Drohnen ermöglichen.
Zudem wies das ausgestellte Modell Konstruktionspunkte für eine verbesserte Aufnahme von bis zu vier 20-Fuß-ISO-Containern auf. Das Hubschrauberlandedeck soll dabei einen 12 Tonnen-Helikopter aufnehmen. Der Antrieb dieser Schiffe umfasst wie schon bei der „Potsdam-Klasse“ Dieselmotoren für eine Höchstgeschwindigkeit von 24 Knoten, zudem verfügt das Schiff über zwei Bugstrahlruder für verbesserte Manövriereigenschaften.

Der Bau der ersten beiden Schiffe hatte bereits im Oktober 2024 begonnen. Im April 2025 erfolgte der offizielle Stahlzuschnitt auf der litauischen Partnerwerft Western Baltic. Nach der Überführung zur Fassmer Werft in Berne erfolgt dort die finale Ausrüstung der Neubauten.



Kommentare