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„Mein Schiff 3“ verholt per Dockschleusung zur Lloyd Werft

Autorenbild: Christian Eckardt
Christian Eckardt
vor 3 Minuten
3 Min. Lesezeit

 

Im Laufe der Woche will TUI Cruises sich um Umfang über Reparaturarbeiten und Ausfall des Kreuzfahrtschiffes äußern


Genau eine Woche nach der schwerwiegenden Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Mein Schiff 3" von TUI Cruises an der Bremerhavener Stromkaje, bei dem an den drei beteiligten Schiffen ein Millionenschaden entstanden ist, verholte das Kreuzfahrtschiff am Sonntagnachmittag erfolgreich zur Lloyd Werft Bremerhaven an die Ausrüstungskaje im Kaiserhafen 3. TUI Cruises hatte am Freitag noch mitgeteilt, dass die Lloyd Werft Bremerhaven den Reparaturauftrag erhalten habe.


„Unsere Fachabteilungen arbeiten intensiv daran, die Voraussetzungen für eine sichere Wiederaufnahme des Reisebetriebs zu schaffen. Da von den Schäden auch Rettungsmittel betroffen sind, muss vor der nächsten Reise sichergestellt sein, dass die erforderlichen Rettungskapazitäten für alle Personen an Bord zur Verfügung stehen. Wir gehen davon aus, dass wir Anfang der Woche mehr Klarheit haben und einschätzen können, ob und in welchem Umfang nachfolgende Reisen betroffen sind.


Wie bereits mehrfach berichtet, endete die geplante Kanaren-Kreuzfahrt der „Mein Schiff 3“ am 25. Oktober schon kurz nach dem Ablegen. Bei stürmischem Wetter kollidierte das Schiff mit zwei festgemachten Containerschiffen. Rund 2.500 Passagiere mussten von Bord, TUI Cruises sagte die 20-tägige Reise ab.


Die 293 Meter lange „Mein Schiff 3“ passierte auf dem Weg zur Lloyd Werft die 305 Meter lange Kaiserschleuse per Dockschleusung, also in einem sehr kleinem Zeitfenster bei beiden geöffneten Schleusentoren bei gleichzeitigem Wasserstand sowohl im Hafen als auch auf der Weser. Hierzu sicherten rund 2 Dutzend Mitarbeiter von der Hafengesellschaft Bremenports die Schleusenanlage.


Foto A. Scheer, Scheer Fotografie
Foto A. Scheer, Scheer Fotografie

Kurz nach 15 Uhr nahm die „Mein Schiff 3“ dann mit Hilfe von zwei Schleppern Kurs auf die Kaiserschleuse, die rückwärts passiert wurde. Somit konnten die vielen Schaulustigen auf dem Weserdeich die Schäden an der Steuerbordseite des Kreuzfahrtschiffes nicht ausmachen. Doch auch von der gegenüberliegenden Schleusenseite waren die Schäden zumindest an den Rettungsbooten nicht mehr zu erkennen, denn diese wurden zuvor zur Sicherung mit einer weißen Folie abgedeckt.


Auf der Lloyd Werft werden in den kommenden Tagen nun einerseits die beschädigten Rettungsboote und Aufhängungen von Bord genommen. Zudem werden auch darunter mögliche weitere Beschädigungen begutachtet, damit das Schadensvolumen eingeschätzt werden kann.


Doch neben den Schäden an der Außenhaut und der Brückennock müssen mindestens drei neue Rettungsboote auf der Steuerbordseite installiert werden, die aber nicht auf Lager bei der Bauwerft Fassmer in Berne liegen, sondern zunächst einmal hergestellt und abgenommen werden müssen. Fachleute rechnen hierzu mit einer Zeit von bis zu sechs oder acht Wochen. Somit fällt das Schiff vermutlich für einige Wochen aus, zum Leidwesen vieler Urlauber, die eine Kreuzfahrt an Bord des Schiffes gebucht haben.



Die Mitführung von geeigneten Rettungsbooten ist unter anderem über die internationalen Solas-Vorschriften für die Sicherheit auf See geregelt und diese müssen in einer bestimmten Anzahl an Bord, abhängig von der Anzahl der an Bord befindlichen Personen mitgeführt werden. 

Wie Peter Schmidt, Vertriebsleiter bei Fassmer Maritime auf Anfrage kürzlich mitteilte, werden Rettungsboote dort nur auftragsbezogen gefertigt, Lagerware gibt es in dem Sinne nicht. Je nach Zeitpunkt der Bestellung wird dann bei Fassmer geprüft, was aktuell in der Fertigung ist und ob man ggf. Aufträge etwas umschichten kann.


„Ein Team von Fassmer war unmittelbar nach Schadenseintritt zur Befundung an Bord. Derzeit sind wir in enger Abstimmung mit der Reederei was repariert werden kann und was ersetzt werden muss. Auch die Bootsaussetzvorrichtungen (Davits) für „Mein Schiff 3“ haben wir seinerzeit auch geliefert“ so Schmidt.Zu weiteren Details, wie möglichen Lieferzeiten für neue Rettungsboote kann die Werft keine Auskunft geben.


Um die Ausfallzeit für die „Mein Schiff 3“ so kurz wie möglich zu halten, brachten Fachleute jetzt auch eine Notreparatur in Spiel. Dabei müssten auf einer Werft zunächst nur die großen Schäden beseitigt werden und das Schiff könnte, bis zur finalen Installation der neuen Rettungsboote, dann mit einer reduzierten Gästeanzahl, entsprechend der noch vorhandenen Anzahl an Rettungsbooten weiterfahren.


Mittlerweile wurden auch die Reparaturarbeiten an dem an der Havarie beteiligten Containerschiff „MSC Victorine“ abgeschlossen. Diese Arbeiten im Bereich der beschädigten Bordwand und der Aufbauten am Heck erfolgten direkt an der Stromkaje, nachdem das Schiff einmal gedreht wurde erklärte Lars Hill, Geschäftsführer German Ship Repair GSR, ein Tochterunternehmen von Bredo Dry Docks. Die Reparaturarbeiten konnten ebenfalls am Sonntag erfolgreich abgeschlossen werden und Lars Hill lobte in diesem Fall das gesamte GSR-Team und die gute Zusammenarbeit aller beteiligten Unternehmen und Behörden, da dadurch der herausfordernde Auftrag im Zeitrahmen abgeschlossen werden konnte.

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