• Christian Eckardt

Grundsanierter Werftkran soll schnell die Arbeit bei RS Heise wiederaufnehmen



Kran wird für Arbeiten an Hochseeschlepper „EDT Aeolus“ benötigt


Nach 30 Jahren Einsatz auf der Werftpier war es nun an der Zeit für eine Grundinstandsetzung für den Liebherr-Turmdrehkran bei dem Werftbetrieb RS Heise im Bremerhavener Fischereihafen. Jetzt wurde der bis zu 6 Tonnen hebende Kran nach einer mehrmonatigen Grundsanierung wieder an der Pierkante von einem Fachunternehmen aufgestellt und wird aufgrund der guten Auftragslage des kleinen Werftbetriebes auch dringend benötigt.


Der nun wieder aufgestellte 30 Meter hohe Werftkran mit seinem 50 Meter langen Ausleger strahlt schon von weiten in den blauroten Farben des Werftbetriebes und hat umfangreiche Änderungen erhalten. So wurde unter anderem die bisherige Kanzel für den Kranführer demontiert und die Bedienung auf Fernsteuerung umgebaut, so dass der Kran nun vom Boden aus bewegt werden kann. Der gesamte Kran wurde zuvor zerlegt, geschliffen und neu beschichtet. Ein Turmsegment musste erneuert werden. Auch wurden die Laufrollen und der Lastdraht wie die elektrischen Bauteile erneuert. Nach der nun noch folgenden TÜV-Abnahme wartet dann schon der erste Arbeitseinsatz an der Werftpier. Denn beim Hochseeschlepper „EDT Aeolus“ (ex Fairplay 33) sollen unter anderem auch die beiden Feuerlöschkanonen für Wartungsarbeiten abgenommen werden, hierfür wird der Kran nun dringend benötigt, wie Geschäftsführer Jan Stoll jetzt mitteilte. Gerade hat man in Zusammenarbeit mit Scan Motoren Handels- und Service GmbH aus Bremerhaven umfangreichere Wartungsarbeiten an zwei Tankern der Reederei TB Marine Shipmanagement abgeschlossen und weitere Kunden haben sich schon angekündigt. Darunter auch der niederländische Bagger „Maasmond“ bei dem Wartungs- und Reparaturarbeiten anstehen.


Der kleine Werftbetrieb wird mittlerweile auch überregional wahrgenommen und hat sich zu einem wichtigen Reparaturbetrieb für Boote und Schiffe aller Art gemacht. Dafür steht ihm ein leistungsfähiges Team aus Rohrschlossern, Maschinen- und Schiffbauern zur Verfügung. Als Betriebsleiter hat dort seit dem letzten Jahr Jan Stoll das Ruder in der Hand. Der 53- jährige Schiffsbetriebstechniker bringt Erfahrung aus der Seefahrt und aus div. Werftbetrieben mit.


Mit Unterstützung des befreundeten Unternehmens „Wenzel Marine“ entstand schon im letzten Jahr ein Kontakt zur zypriotischen Reederei EDT Offshore und in der Vergangenheit wurden nun schon mehrere Offshore-Supply-Vessel von EDT überholt.


Das ursprüngliche Unternehmen wurde im Jahr 1987 von Karl-Werner Heise als Schiffsreparatur Heise GmbH gegründet, das schon bald danach in den Räumlichkeiten der ehemaligen, 1988 geschlossenen Sieghold-Werft einzog. 2018 musste der Sohn von Karl-Werner Heise Insolvenz anmelden. Der Wilhelmshavener Unternehmer Claus Philipp, Eigner der Rudolph Schulze GmbH, übernahm im Jahr 2019 das für Reparatur- und Neubauarbeiten spezialisierte Unternehmen weiter. In der Rudolph Schulze-Gruppe sind rund 95 Beschäftigte tätig, wovon allein heute 40 Mitarbeiter bei RS Heise in Bremerhaven beschäftigt sind. Zu den Kunden zählen namhafte Reedereien, Industriebetriebe aus vielen verschiedenen Branchen sowie Firmen aus dem Bereich Wasserbau.


Die weißen Werkhallen auf dem Betriebsgelände, die zum Großteil noch aus der Historie der 1924 von Max Sieghold gegründeten Werft stammen, werden heute nicht nur als Werkstätten von RS Heise genutzt, sondern sind zum Teil auch langfristig als Lager für ein Schleppunternehmen oder als Werkstatt für einen namenhaften Yachtbaubetrieb vermietet.


Die vor einigen Jahren neu erstellte 220 Meter lange Pier grenzt unmittelbar an die Werkstätten, so dass sich auf dem Betrieb sehr kurze Wege vom Schiff zu den einzelnen Gewerken ergeben. An der Pier können Schiffe bis zu 7,00 m Tiefgang problemlos anlegen. Neben der Stromversorgung sind auch Frischwasser- und Feuerlöschanschlüsse vorhanden.

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