Lloyd Werft erhält Reparaturauftrag der „Mein Schiff 3“

TUI Cruises äußert sich bislang noch nicht zum Umfang der notwendigen Reparaturarbeiten
Nach der Havarie der "Mein Schiff 3" am vergangenen Sonntag, bei den an den drei beteiligten Schiffen ein Millionenschaden entstanden ist, stellt sich nun die Frage, wie geht es weiter. Aktuell erfolgen noch Begehungen von Versicherungen und Reederei- und Werftvertretern aber auch die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung ermittelt noch an Bord zum Tathergang.
Doch sobald wie möglich muss die „Mein Schiff 3“ in die Werft, damit einerseits die beschädigten Rettungsboote und Aufhängen von Bord genommen werden können und auch darunter mögliche weitere Beschädigungen begutachtet werden können. Zudem möchte der Veranstalter TUI Cruises das Schiff so schnell wie möglich wieder in Fahrt bringen
Doch neben den Schäden an der Außenhaut und der Brückennock müssen mindestens drei neue Rettungsboote auf der Steuerbordseite installiert werden, die aber nicht auf Lager bei der Bauwerft Fassmer in Berne liegen, sondern zunächst einmal hergestellt und abgenommen werden müssen. Fachleute rechnen hierzu mit einer Zei von bis zu sechs oder acht Wochen. Somit fällt das Schiff vermutlich für einige Wochen aus, zum Leidwesen vieler Urlauber, die eine Kreuzfahrt an Bord des Schiffes gebucht haben.
Die Mitführung von geeigneten Rettungsbooten ist unter anderem über die internationalen Solas-Vorschriften für die Sicherheit auf See geregelt und diese müssen in einer bestimmten Anzahl an Bord, abhängig von der Anzahl der an Bord befindlichen Personen mitgeführt werden.

Wie Peter Schmidt, Vertriebsleiter bei Fassmer Maritime auf Anfrage mitteilte, werden dort Rettungsboote nur auftragsbezogen gefertigt, Lagerware gibt es in dem Sinne nicht. Je nach Zeitpunkt der Bestellung wird dann bei Fassmer geprüft, was aktuell in der Fertigung ist und ob man ggf. Aufträge etwas umschichten kann.
„Ein Team von Fassmer war unmittelbar nach Schadenseintritt zur Befundung an Bord. Derzeit sind wir in enger Abstimmung mit der Reederei was repariert werden kann und was ersetzt werden muss. Auch die Bootsaussetzvorrichtungen (Davits) für „Mein Schiff 3“ haben wir seinerzeit auch geliefert“ so Schmidt.
Zu weiteren Details, wie möglichen Lieferzeiten für neue Rettungsboote kann die Werft keine Auskunft geben.
Um die Ausfallzeit für die „Mein Schiff 3“ so kurz wie möglich zu halten, brachten Fachleute jetzt auch eine Notreparatur in Spiel. Dabei müssten auf einer Werft zunächst nur die großen Schäden beseitigt werden und das Schiff könnte, bis zur finalen Installation der neuen Rettungsboote, dann mit einer reduzierten Gästeanzahl, entsprechend der noch vorhandenen Anzahl an Rettungsbooten weiterfahren.
Doch wo werden die Schäden an der „Mein Schiff 3“, die aktuell immer noch an der Columbuskaje in Bremerhaven liegt, beseitigt? Thorsten Rönner, Eigner der Lloyd Werft Bremerhaven und Bredo Dry Docks brachte schon schnell beide Bremerhavener Werftbetriebe für eine notwendige Reparatur des Kreuzfahrtschiffes als auch des Containerschiffes „MSC Victorine“ ins Spiel. „Er habe ein großes Interesse, die Schäden zu beheben“, sagte er auf Medienanfrage. „Wir sind in Kontakt mit beiden Reedereien“, sagte Rönner. In der Vergangenheit hatte TUI Cruises ein sehr enges Verhältnis zur Lloyd Werft, wurden dort doch zwischen 2009 und 2011 die ersten beiden gebrauchten Schiffe des Unternehmens umfangreich modernisiert und anschließend als „Mein Schiff 1“ und „Mein Schiff 2“ in Fahrt gebracht.

Schon am Dienstagmorgen meldete dann zunächst das maritime Fachmagazin HANSA, ohne einen Quellenhinweis, dass die Reparatur auf der Lloyd Werft Bremerhaven erfolgen wird. Anfragen bei der Lloyd Werft wurden nicht beantwortet, da man von TUI Cruises die Anweisung erhalten habe, keine Stellungnahmen zu Presseanfragen zu tätigen. Doch dies könnte schon ein weiteres Indiz für eine mögliche Reparatur auf der Lloyd Werft darstellen. Die Pressesprecherin der Rönner-Gruppe, zu der die Lloyd Werft gehört, hatte Kontakt zur Pressestelle von TUI Cruises aufgenommen, doch auch von dort gibt es bislang kein Feedback. Auch eine direkte Anfrage an TUI Cruises zu dem Thema wird von dem Hamburger Unternehmen nur allgemein beantwortet, dass derzeit keine weiteren Informationen über die bereits kommunizierten Inhalte hinaus zur Verfügung gestellt werden. Aktuelle Informationen zum Vorfall würden gebündelt auf der Website veröffentlicht. Doch finden sich dort bislang keine Hinweise auf die weitere Werftzeit der „Mein Schiff 3“.
Mittlerweile wurde am Rande des Landeshafenausschusses in Bremen mitgeteilt, dass die Rönner-Gruppe die Aufträge für die „Mein Schiff 3“ und das Containerschiff „MSC Victorine“ erhalten hat. So wird die „.Mein Schiff 3“ auf der Lloyd Werft repariert, das MSC-Containerschiff von German Ship Repair, ein Tochterunternehmen von Bredo Dry Docks.
So soll sich die Lloyd Werft auf eine längere Liegezeit einstellen, da man hinter den von außen sichtbaren Schäden weitere Innenraum-Beschädigungen befürchtet.
Die „MSC Victorine“ wird direkt an der Stromkaje im Bereich der beschädigten Bordwand und der Aufbauten am Heck repariert. Diese Arbeiten erfolgen von GSR direkt an der Stromkaje. „Hierzu wurde das Schiff schon 400 Meter weiter nördlich geschleppt und
gedreht“, erklärte Lars Hill, Geschäftsführer von GSR.

Wann die „Mein Schiff 3“ nun zur Lloyd Werft verholt, ist noch unbekannt. Das Schiff wird an die neue Ausrüstungskaje im Kaiserhafen III (Bückingstraße) gelegt. Derzeit ist dieser Liegeplatz jedoch noch mit dem Schwimmdock 3 der Werft belegt, da derzeit die Dockgrube des Schwimmdocks, in Vorbereitung auf die Dockung des Kreuzfahrtschiffes „Amadea“ von Phoenix Reisen Anfang November, entschlammt werden muss.
Zunächst ist einmal auszugehen, nachdem die 20-tägige Kanaren-Reise von TUI Cruises abgesagt wurde, dass bis zum 14. November, der ursprünglich geplanten Rückkehr der „Mein Schiff 3“ in Bremerhaven, an dem Schiff auf der Lloyd Werft gearbeitet wird. Anschließend war dann noch eine weitere Abfahrt am 28.November von Bremerhaven aus geplant, wobei diese Reise dann am 2. Dezember in Kiel enden sollte, wo die „Mein Schiff 3“ dann mit ihrem Winterprogramm beginnen. Dieser Termin soll nach Informationen der Kieler Nachrichten“ auch zwingend gehalten werden. Sollte somit nur eine Notreparatur des Schiffes vorgenommen werden, dann müsste das Schiff entsprechend der Solar-Vorschriften, mit einer geringeren Passagieranzahl verkehren.



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