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Marine-Forschungsschiff „Planet“ bei Bredo wieder ausgedockt

Autorenbild: Christian Eckardt
Christian Eckardt
16. Sept.
3 Min. Lesezeit

 

Ab Anfang 2027 mit neuem grauem Rumpfanstrich wieder einsatzbereit

 

Nach einer über einjährigen, planmäßigen Liegezeit im Schwimmdock IV bei der Bredo Dry Docks im Bremerhavener Fischereihafen wurde nun das SWATH-Wehrforschungsschiff „Planet“ ausgedockt und seitlich an das Schwimmdock gelegt. Bis zum Jahresanfang 2027 wird die „Planet“ nach derzeitiger Planung zum Abschluss der Umbau- und Ausrüstungsarbeiten noch liegen“ teilte Dirk Harms, Geschäftsführer der Bredo-Werft auf Anfrage mit.

 

Bredo hatte schon im Jahr 2025 den Zuschlag im Rahmen einer Ausschreibung für den Auftrag über die Planet“ erhalten. Dieser umfasste unter anderem Konservierungsarbeiten am Über- und Unterwasserschiff, Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an sämtlichen technischen Einrichtungen sowie Klasse- und sicherheitstechnische Prüfungen. Die Arbeiten sollen die Einsatzfähigkeit des Spezialschiffs bis weit in die nächste Dekade sichern

 

Die „Planet“ war Ende Juli 2026 nach Bremerhaven gekommen nach einem ungewöhnlichen Einsatz in der Ägäis. Fast neun Monate lang hatte das Schiff im Rahmen der NATO-Unterstützungsmission „Aegean Sea Activity“ (ASA) im Nordosten des Mittelmeers patrouilliert. Damit diente erstmals ein Forschungsschiff der Deutschen Marine dort als Flaggschiff. „Es war das erste Mal, dass die Marine diesen Einsatz mit einem Forschungsschiff als Flaggschiff bewältigt hat. In der Region hat das für Aufmerksamkeit und zu Neugier der dortigen Nationen geführt“, berichtete seinerzeit Kapitänin Marie-Christine Hardt. Im Juli 2026 kehrte die „Planet“ nach 29.224 Seemeilen in den Stützpunkt Eckernförde zurück.

 

Schon beim Auslaufen der „Planet“ begründete die Marine, dass angesichts steigender Missionszahlen und begrenzter Schiffsressourcen nicht jeder Einsatz durch klassische Kriegsschiffe abgedeckt werden könne. Mit moderner Kommunikationstechnik und hoher Seeausdauer unterstützte die „Planet“ Frontex (also die Europäische Agentur für die Grenz- und Küstenwache) sowie die griechische und türkische Küstenwache bei der Überwachung von Flüchtlingsbewegungen und beim Aufdecken von Schleusernetzwerken. Das Schiff war Teil des 3. Minensuchgeschwaders, in dem sonst Einsatzgruppenversorger oder Fregatten die Aufgabe übernehmen.


Seit der Indienststellung im Mai 2005 war die „Planet“ der Wehrtechnischen Dienststelle für Schiffe und Marinewaffen der Bundeswehr, Maritime Technologie und Forschung (WTD 71) in Eckernförde für marineorientierte Technologie- und Forschungsaktivitäten der Bundeswehr unterstellt.

 

Nach Abschluss der Instandsetzungsarbeiten bei der Bredo Werft wird die „Planet“ dann aber als militärische Einheit, mit dem marinegrauen Anstrich und der taktischen Kennung A1437 an die Marine übergeben. Von dieser soll es zukünftig für die Überwachung und Kontrolle der kritischen Infrastruktur eingesetzt werden. Weiterhin soll die „Planet aber auch für einzelne Projekte zur wehrtechnischen Forschung zur Verfügung zur Verfügung stehen, heißt es bei der Marine.

 

Mit 72 Metern Länge und 27,2 Metern Breite gilt die „Planet“ als modernstes Forschungsschiff der NATO. Ihre Bauweise als SWATH-Schiff (Small Waterplane Area Twin Hull) macht sie besonders seegangsresistent. Zwei unter Wasser liegende Schwimmkörper tragen den Hauptauftrieb, verbunden durch schlanke Stege, die wenig Widerstand bieten.

 

Gebaut wurde die „Planet“ von den damaligen Thyssen Nordseewerken in Emden und am 31. Mai 2005 in Eckernförde in Dienst gestellt. Die Kosten betrugen rund 90 Millionen Euro. Mit maximal 45 Personen, 25 Mann Stammbesatzung und bis zu 20 Wissenschaftlern, an Bord gehört sie zu den leisesten motorgetriebenen Überwasserschiffen weltweit. Sie kann bis zu 30 Tage auf See bleiben, ehe ein Hafen angelaufen werden muss.

 

Eine Besonderheit liegt dabei in ihrer Doppelfunktion: Die eine Rumpfhälfte ist für die Erprobung von Sonargeräten und Akustiksensoren ausgelegt, die andere für Tests von Torpedos und Abwehrsystemen. An Bord befindet sich eine Abschussvorrichtung für Torpedos im Steuerbord-Schwimmkörper. Daneben können hydrographische Parameter wie Salzgehalt, Dichte oder Strömungen gemessen werden. Die Ergebnisse helfen bei der Bestimmung der Thermokline – einer Schichtgrenze im Wasser, die über die Ortbarkeit von U-Booten entscheidet.

 
 
 

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