Reederei Cassen Eils holt Jubiläumsfahrt der „Helgoland“ nach
- Christian Eckardt
- vor 3 Stunden
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Seebäderschiff hat in 10 Jahren rund 1,2 Millionen Passagiere befördert
Im Dezember 2025 feierte das Seebäderschiff „Helgoland“ der zur AG Ems-Gruppe gehörenden Cuxhavener Reederei Cassen Eils seinen 10-jährigen Geburtstag. Hierzu sollte am 16. Dezember eine Jubiläumsfahrt zur Insel Helgoland stattfinden, die aber durch einen unplanmäßigen Werftaufenthalt abgesagt werden musste.
Nun lud die Reederei nochmals Firmenangehörige, Geschäftspartner und Medienvertreter zur Nachholung der Jubiläumsfahrt ein, bei der der langjährige Kapitän Ewald Bebber das Schiff routiniert von Cuxhaven nach Helgoland am Ruder stand. Vor der einzigen deutschen Hochseeinsel wurde das Schiff und die rund 300 mitfahrenden Gäste und Passagiere von dem größten deutschen Seenotrettungskreuzer „Herman Marwede“ der DGzRS mit Wasserfontänen begrüßt, auf der Insel wurde das Schiff von den Insulanern in traditionellen Helgoländer Trachten in Empfang genommen.
Das für 1040 Passagiere zugelassene 82,3 Meter lange und 12,6 Meter breite Seebäderschiff wurde Ende 2015 von der Fassmer-Werft abgeliefert und war der erste deutsche LNG-Neubau. Zudem war es seinerzeit der erste Neubau seit 40 Jahren, der für den Seebäderverkehr in Fahrt kam.
Birte Sievers, Geschäftsführerin der Reederei Cassen Eils erklärte, dass das Schiff seit der Aufnahme der ersten Fahrt auf der gerade im Winter sehr anspruchsvollen Strecke schon 217.000 Seemeilen zurückgelegt hat, das entspricht 10 Weltumrundungen am Äquator. Dabei wurden bei den insgesamt 3190 Fahrten zur Insel Helgoland 1,2 Millionen Gäste an Bord begrüßt, das ergibt im Schnitt eine Auslastung von rund 300 Gästen täglich, bei einem ganzjährigen Betrieb, da das Schiff einen ganzjährigen Versorgungsauftrag für die Insel Helgoland erfüllt. Hier können neben den Passagieren auf dem Vordeck auch bis zu zehn Zehn-Fuß-Container regelmäßig befördert werden.
Der Bau der bis zu 1040 Passagiere fassenden „Helgoland“ hat rund 31 Millionen Euro gekostet und wurde später mit EU-Fördergeldern aufgrund des in der Schifffahrt seinerzeit noch neuartigen LNG-Antriebskonzeptes in Höhe von fast vier Millionen Euro bezuschusst. Dr. Bernhard Brons, ehemaliger Vorstand der AG „EMS“ erklärte, dass das Schiff, das im Design den bisherigen Seebäderschiffen entspricht, für einen Helgoland-Einsatz auf die nächsten 40 Jahre konzipiert wurde. Die Indienststellung hatte seinerzeit zwar auch ein bisschen länger gedauert, aber unter dem Strich ist damals ein hervorragendes Schiff entstanden. „Entscheidend ist dabei der ökologische Fußbadruck“, sagte Brons „Durch die LNG-Technologie werde unter anderem 90 bis 95 Prozent weniger Schwefel und Stickoxide ausgestoßen und Feinstaub fällt völlig weg.”
Das Herzstück der neuen „Helgoland“ befindet sich auf Deck 1 des Schiffes. Die Hauptmaschinen der „Helgoland“ bestehen aus zwei Wärtsilä-Dual-Fuel Motoren vom Typ 9L20 DF mit einer Leistung von je 1.665 kW, wobei der Antrieb über ein Getriebe auf zwei Verstellpropeller erfolgt. Zusätzlich erfolgte der Einbau von drei MAN-Stromgeneratoren mit einer Leistung von je 500 kW. Durch Zuschaltung dieser Stromgeneratoren im Fahrbetrieb kann die „Helgoland“ dann beispielsweise im Tidenstrom auf der Elbe auch die maximale Geschwindigkeit von 20 Knoten erreichen. Für den vorrangigen Erdgasbetrieb wurde auf dem Schiff ein spezieller Vorratstank mit einem Volumen von 53 Kubikmetern mit dem entsprechenden Sicherheits- aber auch Aufbereitungssystem aus dem Hause Wärtsilä installiert.
Dr. Brons betonte, dass nicht nur der LNG-Antrieb sondern auch die spezielle Rumpfform zu einem umweltfreundlichen und erfolgreichen Einsatz des Schiffes beitragen. Schon in der Planungsphase wurde das ursprüngliche Rumpfkonzept, nach eingehenden Tests bei der Hamburgischen Schiffbau-Versuchsanstalt (HSVA) verändert: So ist die „Helgoland“ später 4 Meter länger, 20 Zentimeter breiter abgeliefert worden, als die ursprüngliche Planung. Dies führt neben einem besserem Seegangsverhalten auch über eine höhere Energieeffizienz verfügt.

Dr. Wessel P Brons, links, neuer Vorstand seit Juli 2025 bei der AG Ems, rechts, der ehemalige Vorstand Dr. Bernhard Brons











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